Archiv 2015

Zum „Draufhauen" ist die Stimmung zu gut

v.l.: Manfred Pointner, Dr. Leopold Herz, Robert Weller

Freising (ra, 19.02.15) - Mit markigen Sprüchen auf den politischen Gegner loszugehen – das ist guter Brauch am Politischen Aschermittwoch. Stadtrat Robert Weller sah dafür beim Fischessen der Freisinger Freien Wähler im „Weißbräu Huber" keinen Anlass. „Dafür ist die Stimmung im Stadtrat eigentlich viel zu gut", fand der Ortsvorsitzende. Es gebe keine Streitereien, keine Personalskandale und auch mit der „blau-grünen Übermacht" aus Freisinger Mitte und Grünen seien die FW meist auf einer Linie. Einige Projekte, die auf den Weg gebracht wurden, hätten aber dennoch Schönheitsfehler.

Weller spielte damit auf das „Lerchenfelder Traumschiff" an, wie das geplante Kombibad wegen seiner Optik genannt werde. „Das Traumschiff hat einen Torpedotreffer", spottete der FW-Ortschef und meinte damit den Zugang zum Freibad, der an einer Engstelle direkt neben der Einfahrt zum Parkhaus entstehen soll. Die Bedenken der Freien Wähler wurden im Stadtrat jedoch beiseite gewischt.
Probleme sieht Weller auch in den Guten Ängern, wo neben der Montessori-Schule die neue Realschule entsteht. „Auf Busse und Mamis im Lieferverkehr wird bei den Planungen keine Rücksicht genommen", kritisierte er. Der Landkreis habe dafür nicht mehr Grund kaufen wollen. „Billig muss es sein und das geht zu Lasten des Freisinger Verkehrs."
Einen kleinen Seitenhieb gab es dann doch noch – an die Adresse von CSU-Fraktionschef Peter Geiger. Der hatte kürzlich einen Preis der Startbahngegner abgelehnt: den „Heimatzerstörer-Pokal". Weller empfahl seinem Stadtratskollegen, bei einer Preisverleihung „zumindest ein kleines Lächeln" aufzusetzen. Sonst könne man schon den Eindruck gewinnen, dass die CSU nicht auf der Seite der Startbahngegner stünde. Wenn Geiger wirklich glaubhafte Politik gegen die dritte Bahn machen wolle, könne er gerne „von Schwarz zu Orange wechseln."
Ein gefragter Gesprächspartner in Sachen dritte Bahn war für die Gäste im „Weißbräu" Alt-Landrat und Ex-MdL Manfred Pointner. Von ihm wollten die Besucher wissen, wie er die aktuelle Lage einschätzt. Sollte das Bundesverwaltungsgericht den Einspruch der Gegner ablehnen, rechnet er damit, dass es eine bayernweite Volksbefragung geben wird. Diese Befragungen hat die CSU im Landtag kürzlich per Gesetz möglich gemacht. „Wie so etwas ausgeht, ist nicht sicher", sagte Pointner. Er sieht allerdings gute Chancen, dass der Flughafen-Ausbau abgelehnt wird. „Allerdings ist die Volksbefragung nicht verbindlich, das ist eine Farce", ärgerte sich der Vorsitzende der Flughafen-Schutzgemeinschaft.
Gastredner Dr. Leopold Herz bekräftigte, dass die FW-Landtagsfraktion eine dritte Startbahn geschlossen ablehnt. Herz selbst kommt aus dem Allgäu und sieht bei einem Ausbau des Münchner Airports den Regionalflughafen Memmingen massiv bedroht.
Der 61-jährige Landwirt aus Wertach kennt Freising bestens, er hat in Weihenstephan Agrarwissenschaften studiert und konnte die eine oder andere Anekdote aus seiner Studienzeit zum Besten geben. Im Landtag ist er der Experte der FW für Agrar- und Forstpolitik, bei seiner Aschermittwochsrede schnitt er aktuelle Themen aus allen Bereichen an. In der Griechenland-Krise sieht er nur einen Ausweg: „Griechenland wird es nicht schaffen und muss außerhalb des Euros gesunden." In der Asylpolitik komme es darauf an, in den Herkunftsländern der Flüchtlinge effektiver Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Dass der Atomausstieg ganz ohne neue Stromtrassen nach Bayern funktionieren kann, glaubt Herz nicht: „Dafür wurde die Energiewende zu abrupt gebremst, zum Beispiel mit der 10H-Regelung für Windkraft." Nicht über den Weg traut er der CSU bei Themen wie Fracking und Gentechnik. „Sie behaupten, sie seien gegen Fracking, aber sie handeln nicht so." Kürzlich habe die CSU-Mehrheit im Wirtschaftsausschuss eine Petition gegen die umstrittene Öl- und Gasförderung abgelehnt. Offiziell sei die CSU gegen grüne Gentechnik, unterstütze aber gleichzeitig TTIP, das Freihandelsabkommen zwischen EU und den USA. „Aber gerade TTIP kann ein Einfallstor für die Gentechnik sein", mahnte Herz zum Abschluss seiner Rede.

Politischer Aschermittwoch mit MdL Herz

Freising (bd, 09.02.15) - Das Fischessen der Freien Wähler Freising am Aschermittwoch hat eine lange Tradition. Als Gastredner kommt dieses Mal Herr Dr. Leopold Herz MdL ins "Weißbräu Huber". Der Abgeordnete aus dem Allgäu ist der Landwirtschafts-Experte der FW-Landtagsfraktion und wird über die aktuellen Themen der Landespolitik sprechen.

 

Fischessen am Aschermittwoch
Mi, 18.02.15 um 19:30 Uhr
Weißbräu Huber
General-von-Nagel-Str. 5
85354 Freising

Vereinsausflug:
Fr, 16.07.2017
Neuburg a.d. Donau

FW Freising auf Facebook:

Freie Wähler Freising e.V.
Am Vogelsand 9
85354 Freising-Sünzhausen

Vorsitzender:

Robert Weller
weller@fw-freising.de


stellv. Vorsitzender:

Karl-Heinz Freitag
freitag@fw-freising.de

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