Archiv 2015

Politik für Freisings Bürgerinnen und Bürger

Der neue Schriftführer Daniel Beck, eingerahmt vom Ortsvorsitzenden Robert Weller (l.) und Richard Grimm (r.), dem Chef der Stadtratsfraktion.

Freising (ra, 26.02.15) - Einen Ämtertausch in der Führungsriege hat es bei der Jahreshauptversammlung der Freien Wähler Freising gegeben. Daniel Beck, bisher Beisitzer, übernimmt den Posten des Schriftführers von Ulrike Grabenweger. Die rückt als Beisitzerin in das zweite Glied. Alle anderen Vorstandsmitglieder stehen erst 2016 wieder zur Wahl. Ebenso reibungslos wie der personelle Wechsel ging die Abstimmung über eine neue Satzung vonstatten. Die enthielt aber auch nur eine relevante Änderung: Der Verein, der derzeit 120 Mitglieder hat, kann künftig Neumitglieder schon ab 14 Jahren aufnehmen.
Die Formalitäten waren schnell erledigt, breiteren Raum nahm der Rückblick des Vorsitzenden Robert Weller ein. 2014 war ein ereignisreiches Jahr bei den Freien Wählern, geprägt von Stadtratswahl, Europawahl und dem am Ende erfolglosen Volksbegehren für ein neunjähriges Gymnasium. Außerdem erinnerte der Vorsitzende an diverse Veranstaltungen und gesellschaftliche Aktivitäten wie eine Wanderung im Weltwald oder eine Führung durch das Hofbrauhaus.
Der Wahlkampf der FW war aufwändig, brachte am Ende aber nicht das gewünschte Ergebnis. Dennoch sah Weller vor allem die positiven Aspekte: „Wir haben Mitglieder gewonnen, wir haben uns verjüngt und wir haben frische Ideen entwickelt." Davon könne man noch in den kommenden Jahren profitieren. Dass der Wahlkampf die Finanzen strapaziert hat, berichtete Kassier Heino Pause. „Ohne freiwillige Spenden der Kandidaten und Mitglieder wäre das nicht zu stemmen gewesen", erklärte er. Dennoch blieb nach der Wahl ein Minus auf dem Konto. Das wurde aber binnen eines halben Jahres ausgeglichen, was den Kassenwart zuversichtlich stimmt: „Wenn wir kaufmännisch vorgehen, werden wir bis zum nächsten Wahlkampf wieder ein gutes Polster haben."
2015 wollen die Freien Wähler die Grundlagen für die politische Arbeit der kommenden Jahre schaffen. Dazu sollen sowohl die Stadtratsfraktion als auch der Vereinsvorstand auf Klausur gehen. „Ideen sammeln und Anträge vorbereiten", steht laut Weller auf dem Plan. Auch das Thema dritte Startbahn wird die FW beschäftigen. Mit einem Brief an den Landesvorsitzenden Hubert Aiwanger und alle Kreisverbände wollen die Freisinger bayernweit um Unterstützung bitten – für den Fall, dass die CSU doch zum umstrittenen Mittel einer Volksbefragung greift und im gesamten Freistaat über den Flughafenausbau abstimmen lässt.

Von Turm zu Turm

Gernot Anders (r.) vom Förderverein führte durch das Gefängnis-Museum

Freising (ra, 21.07.15) - Ein Stadt-Spaziergang von Turm zu Turm stand bei den Freien Wählern Freising auf dem Programm. Den Auftakt machte ein Besuch im Bürgerturm, wo derzeit eine Ausstellung über die Geschichte der Uhrmacher, Optiker und Juweliere in Freising gezeigt wird. Martin Maier, der Vorsitzende der Interessengemeinschaft Bürgerturm, nahm die Gruppe um die Stadträte Richard Grimm und Robert Weller mit auf einen kurzen Streifzug durch die Geschichte des Turms, der im kommenden Jahr 666 Jahre alt wird. Er wurde als Gefängnis, Armenhaus, Pulverlager und Schlauchtrockenturm der Feuerwehr genutzt. Die Bürgerinitiative verhinderte den Abriss und sanierte den Turm im Unteren Graben in den Jahren 1994 bis 1996 aufwändig, seitdem wird er als Museum genutzt. Jedes Jahr gibt es eine Schau, die sich mit der Historie der Freisinger Berufsstände befasst.  Die Ausstellung „Rad der Zeit – Über Uhrmacher, Optiker und Juweliere“ ist noch bis Ende Oktober zu sehen, geöffnet jeweils samstags von 13 bis 17 Uhr.

Bei einem kurzen Spaziergang durch die Innenstadt erläuterte FW-Fraktionschef Richard Grimm den 25 Teilnehmern die anstehenden Sanierungsmaßnahmen am Asam-Gebäude, die nach vorläufigen Schätzungen rund 45 Millionen Euro kosten werden. Unter anderem muss die Statik verbessert werden, denn der riesige Gebäudekomplex ist auf Fichtenpfählen gebaut.

Eine wechselhafte Geschichte hat auch der zweite Turm, den die FW-Gruppe besuchte: der Turm im Alten Gefängnis, 1714 errichtet. Der vordere Teil des Gebäudes, der heute ein Weinlokal und eine Galerie beherbergt, diente als Schlachthaus der Freisinger Fürstbischöfe. Im mittleren Trakt residierte der Richter und im Turm waren in acht Zellen Verbrecher untergebracht und solche, die man dafür hielt. „Diese acht Zellen haben auch gereicht, denn damals wurde im wahrsten Sinne des Wortes oft kurzer Prozess gemacht“, erklärte Gernot Anders, der die Besucher durch das Gefängnis-Museum führte. Ein Teil der Ausstellung ist einem dunklen Kapitel der Freisinger Geschichte gewidmet, den Zauberbubenprozessen im 18. Jahrhundert. Zahlreiche Kinder und Jugendliche wurden der Zauberei und des Paktierens mit dem Teufel beschuldigt und hingerichtet. Neben der Turmführung hatten die Besucher die Gelegenheit, einen Blick in die Ausstellung „Freising in der Frühzeit der Fotografie“ zu werfen, die noch bis zum 9. August läuft.

Richard Grimm (l.) erläuterte die geplanten Sanierungsmaßnahmen am Asam-Gebäude
 

Zum „Draufhauen" ist die Stimmung zu gut

v.l.: Manfred Pointner, Dr. Leopold Herz, Robert Weller

Freising (ra, 19.02.15) - Mit markigen Sprüchen auf den politischen Gegner loszugehen – das ist guter Brauch am Politischen Aschermittwoch. Stadtrat Robert Weller sah dafür beim Fischessen der Freisinger Freien Wähler im „Weißbräu Huber" keinen Anlass. „Dafür ist die Stimmung im Stadtrat eigentlich viel zu gut", fand der Ortsvorsitzende. Es gebe keine Streitereien, keine Personalskandale und auch mit der „blau-grünen Übermacht" aus Freisinger Mitte und Grünen seien die FW meist auf einer Linie. Einige Projekte, die auf den Weg gebracht wurden, hätten aber dennoch Schönheitsfehler.

Weller spielte damit auf das „Lerchenfelder Traumschiff" an, wie das geplante Kombibad wegen seiner Optik genannt werde. „Das Traumschiff hat einen Torpedotreffer", spottete der FW-Ortschef und meinte damit den Zugang zum Freibad, der an einer Engstelle direkt neben der Einfahrt zum Parkhaus entstehen soll. Die Bedenken der Freien Wähler wurden im Stadtrat jedoch beiseite gewischt.
Probleme sieht Weller auch in den Guten Ängern, wo neben der Montessori-Schule die neue Realschule entsteht. „Auf Busse und Mamis im Lieferverkehr wird bei den Planungen keine Rücksicht genommen", kritisierte er. Der Landkreis habe dafür nicht mehr Grund kaufen wollen. „Billig muss es sein und das geht zu Lasten des Freisinger Verkehrs."
Einen kleinen Seitenhieb gab es dann doch noch – an die Adresse von CSU-Fraktionschef Peter Geiger. Der hatte kürzlich einen Preis der Startbahngegner abgelehnt: den „Heimatzerstörer-Pokal". Weller empfahl seinem Stadtratskollegen, bei einer Preisverleihung „zumindest ein kleines Lächeln" aufzusetzen. Sonst könne man schon den Eindruck gewinnen, dass die CSU nicht auf der Seite der Startbahngegner stünde. Wenn Geiger wirklich glaubhafte Politik gegen die dritte Bahn machen wolle, könne er gerne „von Schwarz zu Orange wechseln."
Ein gefragter Gesprächspartner in Sachen dritte Bahn war für die Gäste im „Weißbräu" Alt-Landrat und Ex-MdL Manfred Pointner. Von ihm wollten die Besucher wissen, wie er die aktuelle Lage einschätzt. Sollte das Bundesverwaltungsgericht den Einspruch der Gegner ablehnen, rechnet er damit, dass es eine bayernweite Volksbefragung geben wird. Diese Befragungen hat die CSU im Landtag kürzlich per Gesetz möglich gemacht. „Wie so etwas ausgeht, ist nicht sicher", sagte Pointner. Er sieht allerdings gute Chancen, dass der Flughafen-Ausbau abgelehnt wird. „Allerdings ist die Volksbefragung nicht verbindlich, das ist eine Farce", ärgerte sich der Vorsitzende der Flughafen-Schutzgemeinschaft.
Gastredner Dr. Leopold Herz bekräftigte, dass die FW-Landtagsfraktion eine dritte Startbahn geschlossen ablehnt. Herz selbst kommt aus dem Allgäu und sieht bei einem Ausbau des Münchner Airports den Regionalflughafen Memmingen massiv bedroht.
Der 61-jährige Landwirt aus Wertach kennt Freising bestens, er hat in Weihenstephan Agrarwissenschaften studiert und konnte die eine oder andere Anekdote aus seiner Studienzeit zum Besten geben. Im Landtag ist er der Experte der FW für Agrar- und Forstpolitik, bei seiner Aschermittwochsrede schnitt er aktuelle Themen aus allen Bereichen an. In der Griechenland-Krise sieht er nur einen Ausweg: „Griechenland wird es nicht schaffen und muss außerhalb des Euros gesunden." In der Asylpolitik komme es darauf an, in den Herkunftsländern der Flüchtlinge effektiver Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Dass der Atomausstieg ganz ohne neue Stromtrassen nach Bayern funktionieren kann, glaubt Herz nicht: „Dafür wurde die Energiewende zu abrupt gebremst, zum Beispiel mit der 10H-Regelung für Windkraft." Nicht über den Weg traut er der CSU bei Themen wie Fracking und Gentechnik. „Sie behaupten, sie seien gegen Fracking, aber sie handeln nicht so." Kürzlich habe die CSU-Mehrheit im Wirtschaftsausschuss eine Petition gegen die umstrittene Öl- und Gasförderung abgelehnt. Offiziell sei die CSU gegen grüne Gentechnik, unterstütze aber gleichzeitig TTIP, das Freihandelsabkommen zwischen EU und den USA. „Aber gerade TTIP kann ein Einfallstor für die Gentechnik sein", mahnte Herz zum Abschluss seiner Rede.

Politischer Aschermittwoch mit MdL Herz

Freising (bd, 09.02.15) - Das Fischessen der Freien Wähler Freising am Aschermittwoch hat eine lange Tradition. Als Gastredner kommt dieses Mal Herr Dr. Leopold Herz MdL ins "Weißbräu Huber". Der Abgeordnete aus dem Allgäu ist der Landwirtschafts-Experte der FW-Landtagsfraktion und wird über die aktuellen Themen der Landespolitik sprechen.

 

Fischessen am Aschermittwoch
Mi, 18.02.15 um 19:30 Uhr
Weißbräu Huber
General-von-Nagel-Str. 5
85354 Freising

Nächste Termine:

 

 

 

 

 


 

 

 

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Am Vogelsand 9
85354 Freising-Sünzhausen

Vorsitzender:

Robert Weller
weller@fwfreising.de


stellv. Vorsitzender:

Ernst Berg
berg@fwfreising.de

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