Gesundheitspolitik im Umbruch

Freising (wr, 15.06.13) - Im Hinblick auf den Landtags- und Bundestagswahlkampf haben wir, die Freien Wähler Freising e.V., mehrere Landtagsabgeordnete zu Fachvorträgen eingeladen. Am Mittwoch den 12.06. durften wir Dr. Karl Vetter aus Cham bei uns begrüßen. Er ist  als gelernter Facharzt für Orthopädie/ Sportmedizin und Chirotherapie, nach seiner Wahl in den Bayrischen Landtag der gesundheitspolitische Sprecher der Freie-Wähler-Landtagsfraktion. Nach einer Einführung in die Arbeit eines gesundheits-politischen Sprechers, referierte er in seinem fast einstündigen Bericht von den Problemen der flächendeckenden Krankenhaus- und Hausärzte-versorgung in Bayern.

 

Immer mehr Kliniken besonders auf dem Land schreiben laut Dr. Vetter rote Zahlen. Schuld an der Misere sind vor allem die veralteten Finanzierungs-regelungen, in denen die gestiegenen Betriebskosten, wie zum Beispiel bei Personal und Energie, nicht berücksichtigt werden.


Aber auch die Defizite des bayrischen Notarztdienstes erörterte er. „Zur Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse in ganz Bayern ist die flächendeckende notärztliche Versorgung der Bevölkerung unabdingbar – auf dem Land und in der Stadt. Genauso wie für eine hochwertige Haus- und Facharztversorgung auf dem Land“, stellte Vetter fest „Die bayerische Gesundheitspolitik ist zu passiv, sie tut nicht genug dafür, dass auch in Zukunft ein Notarzt schnell zur Stelle ist, wenn er gerufen wird!“ Vetter forderte mehr Solidarität und Eigenverantwortung in der Gesundheitspolitik, die Medizin müsse stets Vorrang vor der Ökonomie haben. Wegen zu bürokratischer Abrechnungsdifferenzen werden viele Notarztbehandlungen nicht ausreichend vergütet – etwa, weil ein Patient zwar vor Ort erfolgreich behandelt, jedoch nicht ins Krankenhaus abtransportiert worden sei. Immer weniger junge Ärzte wollen deshalb den Notarztdienst nicht mehr übernehmen, da sie die übermäßigen Dokumentationspflichten ablehnen und

gleichzeitig zu schlechte Vergütung erhalten.

 

Aber auch die Probleme mit der flächendeckenden und wohnortnahen Versorgung der Bürger mit Hausärzten thematisierte er. Allgemeinmedizin und hausärztliche Praxen würden zugleich immer stiefmütterlicher behandelt. „Die Staatsregierung hat noch immer keine Strategien gegen das Ärztesterben im ländlichen Raum. Warum werden bei uns keine Konzepte umgesetzt, wie sie in Österreich oder Baden-Württemberg längst erfolgreich sind?"

 

Damit jedoch alle unsere Zuhörer folgen konnten, ging „Charly“ Vetter nach seinem Vortrag geduldig auf alle Fragen ein und musste den ein oder anderen Fachausdruck wie „Hausärztevertrag“ noch etwas vertiefen. Für diejenigen die dem Gesundheitsthema bislang nicht so viel abhaben können, bilanzierte unser Vorsitzender Robert Weller, ist die Thematik nach diesem Vortag jedoch endgültig näher gebracht worden. Denn „Charly“ Vetter verstrickte sich nicht in einen Fachvortrag mit spezifischen Fremdwörtern, sonder erläuterte das deutsche Gesundheitssystem, so leicht verständlich wie selten jemand.

 

 

- Vorsitzender Robert Weller - 

 

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